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Gleichberechtigung heute - Werden Frauen gefährlich?
07. Dezember 2016
Unter dem provokativen Titel „Werden Frauen gefährlich?“ hat das ‚Regionale Bündnis für Chancengleichheit‘ zum Vortragsabend in die MJR PharmJet GmbH nach Überherrn eingeladen. Das Bündnis ist 2012 im Rahmen einer Initiative des Bundesministeriums entstanden. Mittlerweile gehören dem Netzwerk elf Unternehmen aus dem Landkreis an. Koordiniert werden die Veranstaltungen und Aktionen des Bündnisses durch die Gesellschaft der Wirtschaftsförderung Untere Saar mbH (WFUS) und Astrid Brettnacher, der Frauenbeauftragten des Landkreises.

"Wir verfügen aktuell über die am besten ausgebildete Generation von Frauen und dennoch sind sie in der Wirtschaft unterrepräsentiert“, führte Jürgen Pohl, Geschäftsführer der WFUS, in die Veranstaltung ein. „Im Bundesvergleich ist die Erwerbstätigkeit von Frauen im Saarland sogar mit am niedrigsten“, berichtet der Wirtschaftsexperte.

Seit mehr als 20 Jahren ist die Referentin Ute Mücklich-Heinrich als Kommunikationstrainerin und systemischer Coach bundesweit tätig. In ihrem Vortrag sprach sie über das Miteinander von Frauen und Männern in der Berufswelt und gab viele praktische Beispiele. „Es geht in diesem Vortrag nicht um Schuldzuweisungen, sondern vielmehr um die Frage, wie Gesellschaft und Wirtschaft von der Unterschiedlichkeit von Männern und Frauen zum gemeinsamen Nutzen profitieren können“, skizzierte die Referentin das Thema des Abends. Es zeige sich Schwierigkeiten für Frauen, die vorankommen wollen. Sie werden nicht nur von den „Old Boys“ begrenzt, die lieber unter sich bleiben wollen, sondern auch von den Frauen selbst. Eine Untersuchung hat ergeben, dass Neid und Missgunst unter Frauen im Job stärker ausgeprägt sind. Sobald sich eine Frau aus der Gruppe hervorhebt, wird diese von der Frauengemeinschaft ausgeschlossen und bekämpft. Dass 45% der berufstätigen Frauen in Teilzeit arbeiten, liegt in den meisten Fällen daran, dass traditionell Frauen die Kindererziehung und die Pflege von Angehörigen übernehmen. Viele hochqualifizierte Frauen begnügen sich daher mit ‚kleinen‘ Jobs, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, mit der Folge, dass nur 30% der Führungspositionen von Frauen besetzt sind. Umgekehrt verzichten viele Frauen in Führungspositionen auf Kinder. Fachkräftemangel, Altersarmut und der demographische Wandel könne mit der gezielten Förderung von Frauen begegnet werden. „Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind hier gefordert, um dafür die richtigen Voraussetzungen zu schaffen“, sagte Mücklich-Heinrich.

Hier knüpft die Arbeit des Regionalen Bündnisses für Chancengleichheit an. „Einerseits arbeiten wir an einer Steigerung der Erwerbsquote der Frauen. Andererseits kämpfen wir aber auch für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bspw. durch flexible Arbeitszeitmodelle, so dass Frauen größere Chancen haben, auch mit Kindern in Vollzeit berufstätig zu sein und Karriere zu machen“, fasst Astrid Brettnacher, Frauenbeauftrage des Landkreises Saarlouis, zusammen.

Das ‚Regionale Bündnis für Chancengerechtigkeit‘ veranstaltet regelmäßig Veranstaltungen Aktionen, um den Unternehmen eine Plattform zum Austausch zu bieten. Weitere Informationen unter www.keinmaedchenfueralles.de.

Text: Pressestelle Landkreis


v.l.n.r. Dr. Bernd Baumstümmler (GF der instillo Group), Astrid Brettnacher (Frauenbeauftragte LK Saarlouis), Ute Mücklich-Heinrich (Referentin) und Jürgen Pohl (GF der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Untere Saar mbH, WFUS)

v.l.n.r. Jürgen Pohl, Dr. Bernd Baumstümmler und Ute Mücklich-Heinrich kurz vor Veranstaltungsbeginn

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung durch das Trio Noel Walterthum (Jean-Marc Letullier an der Gitarre, Alain Wittische am Kontrabass und ganz rechts Noel Walterthum mit Gitarre u. Gesang)

Foto zeigt einen Teil der fast 50 Teilnehmer an der Veranstaltung